Abhängigkeit und Entwicklung in Lateinamerika

Fernando Henrique Cardoso, Enzo Faletto · 1969 · Sachbuch, Soziologie


Das Werk
Deutscher Titel: Abhängigkeit und Entwicklung in Lateinamerika
Autor(en): Fernando Henrique Cardoso, Enzo Faletto
Originaltitel: Dependencia y desarrollo en América Latina
Originalsprache: spanisch
Erstveröffentlichung: 1969
Schlagwörter: Dependenz, Entwicklung, Klasse, Peripherie
Sachgebiete: Sachbuch, Soziologie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Suhrkamp


Umfang dieser Ausgabe: 226 Seiten
ISBN: 9783518108413
Verweise


Abhängigkeit und Entwicklung in Lateinamerika (spanisch Dependencia y desarrollo en América Latina) erschien 1969 in Santiago de Chile, verfasst von Fernando Henrique Cardoso und Enzo Faletto. Dependenz ist keine bloße Ausbeutung von außen, sie ist ein Bündnis innerer Klassen mit dem Weltmarkt, das Entwicklung in bestimmten Bahnen erlaubt und in anderen sperrt. Das Buch hat der lateinamerikanischen Theorie das soziologische Organon der Abhängigkeit gegeben, gegen Galeanos Anklage und gegen die Hoffnung, Abkopplung allein befreie.

Inhalt

Cardoso und Faletto unterscheiden Lagen: Enklaven, nationale Bourgeoisien, der Staat, der vermittelt, die Möglichkeit einer abhängigen Entwicklung, die nicht Stagnation ist. Gegen die ältere Dependenz, die den Süden nur als Opfer dachte, setzen sie historische Pfade, in denen Eliten mitentscheiden. Gegen Mariáteguis Landfrage setzen sie die Industrie und die Klasse, die sie trägt. Gegen Freire setzen sie nicht den Dialog zuerst, sondern die Struktur, in der Dialog stattfindet. Das Buch ist nüchtern, vergleichend, geschrieben in den Jahren der CEPAL und der chilenischen Lage vor dem Putsch.

Galeano erzählte Adern; dieses Buch modelliert sie. Die Linke hat Cardoso später den Verrat vorgeworfen, als er Brasiliens Präsident wurde und den Markt nicht schloss. Das Buch von 1969 trägt diese Nachwelt schon in der Pointe: Abhängigkeit schließt Entwicklung nicht aus, sie formt sie. Wer nur den Präsidenten sucht, hat den Soziologen nicht gelesen. Wer nur die Dependenz als Schlagwort kennt, unterschlägt Faletto, den Chilenen, der oft aus dem Autorenpaar fällt. Zwei Verfasser, ein Buch: Die These ist gemeinsam.

Die Grenzen liegen in der Kühle, die Leiden zu Pfaden macht, und in der Gefahr, jede Politik als Variante der Abhängigkeit zu lesen, die nichts mehr sprengt. 1969 war das die Schärfe gegen den Voluntarismus. Die Wirkung ist die eines Begriffs, der Seminare, Regierungen und Gegner füllte. Das Buch bleibt das akademische Gegenstück zu Galeanos Weltbuch: weniger Blut, mehr Klasse.

Einordnung

Cardoso und Faletto haben der lateinamerikanischen Theorie die Dependenz als Soziologie hinterlassen. Neben Galeano, Mariátegui und Canclini steht dieser Band als die Behauptung, dass Peripherie Pfade hat, nicht nur Wunden. Die Wirkung reicht in die Politikwissenschaft und in Cardosos späteres Amt, das den Text nicht ersetzt. Wer nach 1969 Abhängigkeit sagt und Entwicklung meint, spricht dieses Buch. Die Adern bleiben offen; hier sind sie als Klassenbündnis lesbar.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.