08/15
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | 08/15 |
| Autor(en): | Hans Hellmut Kirst |
| Originaltitel: | 08/15 |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1954 |
| Schlagwörter: | Kaserne, Wehrmacht, Drill, Soldat |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Lindenbaum Verlag
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| Umfang dieser Ausgabe: | 893 Seiten |
| ISBN: | 9783938176788 |
| Verweise | |
08/15 ist die 1954 und 1955 erschienene Romantrilogie von Hans Hellmut Kirst über den Gefreiten Asch in Kaserne, Krieg und Zusammenbruch. Der Titel zitiert das Maschinengewehr MG 08/15 und meint im Soldatenmund das Schablonenhafte, den stumpfen Drill. Kirst, selbst Wehrmachtsoffizier gewesen, zielt nicht auf den Nationalsozialismus als Idee, sondern auf Schleifer, Etappenhelden und die Sinnlosigkeit des Kommiss. Der erste Band wurde 1954 zum Bestseller, obwohl Franz Josef Strauß Buchhändler zum Boykott ermunterte, weil die Geschichte nicht zur Wiederbewaffnung passte. Die Filme mit Joachim Fuchsberger machten Asch zum Gesicht der frühen Bundesrepublik.
Inhalt
Im ersten Band, 08/15 in der Kaserne, steht der Gefreite Herbert Asch gegen den Hauptwachtmeister Platzek, einen Schleifer, der den Kasernenhof zur Folter macht. Asch ist kein Musterrekrut und kein Dummkopf; er kennt die Vorschriften besser als die, die sie zum Quälen missbrauchen, und spielt Vorgesetzte gegeneinander aus. Der Freund Vierbein trägt, was Asch abwirft. Kirst schildert Stubendienst, Schikane, kleine Siege und die Moral einer Truppe, die noch nicht im Feld ist. Der Nationalsozialismus bleibt Klima, nicht Predigt; die Gegner sind gewöhnliche Soldaten in gewöhnlicher Gemeinheit. Asch rebelliert innerhalb der Maschine, nicht gegen den Staat.
Der zweite Band, 08/15 im Krieg, holt dieselbe Kompanie an die Front. Der Drill erweist sich als schlechte Schule für das Sterben; Platzeks Typus findet neue Posten, Asch steigt, ohne fromm zu werden. Kirst zeigt den Krieg als Schlamm, Befehlswirrwarr und Zufall, nicht als Heldenlied. Vierbein und andere zahlen, was die Kaserne angefangen hat. Der Alltag der Stellung – Posten, Gerücht, der nächste sinnlose Befehl – wiegt schwerer als jede Parade. Der dritte Band, 08/15 bis zum Ende, führt in die letzten Monate: Beförderungen, Zusammenbruch, Plünderung der Moral, Asch als Leutnant in einer Armee, die nicht mehr gewinnt. Der »Endsieg« des Untertitels ist gefährlich, weil er niemanden rettet. Asch überlebt als der Mann, der den Kommiss durchschaut hat und trotzdem in ihm gedient hat, zwischen Front und Etappe, wo Schleifer und Held oft denselben Rock tragen.
Durch alle drei Bücher bleibt der Witz grob, der Dialog soldatisch, die Kritik am Militarismus klarer als die am Regime. Kirst lässt Asch vom Gefreiten zum Offizier werden, ohne ihn zum Edelmann zu läutern. Die Truppe ist ein Kosmos aus Drückebergern, Sadisten, Anständigen und Mitläufern. Wer eine Abrechnung mit Hitler erwartet, findet sie nur in der Leere, mit der der Krieg endet; wer eine Verherrlichung der Wehrmacht erwartet, findet Platzek. Der Name Asch spielt auf den »Schützen Arsch« an und passt besser auf Vierbein – eine Pointe, die Kirst selbst angemerkt hat.
Einordnung
1954 debattierte die Bundesrepublik die Wiederbewaffnung; 08/15 wurde zum Lesestoff gegen den Kasernenhof, den viele noch kannten. Strauß, mit Kirst aus gemeinsamer Dienstzeit verfeindet, wollte Traditionspflege, kein Schleiferporträt. Dass das Buch trotzdem massenhaft verkauft wurde, gehört zur frühen Mediengeschichte der Republik. Die Filmtrilogie 1954/55 hat den Stoff popularisiert und den Drill ins Komödiantische gezogen; das Buch ist bitterer, vor allem im Kriegsteil.
Kirst hat später noch 08/15 in der Partei nachgeschoben, einen anderen Ton. Die Kerntrilogie bleibt sein bekanntestes Werk: Unterhaltung, die den Militarismus vorführt, ohne den Leser zur Reue zu zwingen. Gegen Falladas Kriegs- und Nachkriegsbücher ist Kirst flacher und wirksamer im Witz. Die drei Bände gehören zusammen; wer nur die Kaserne liest, kennt den Witz, nicht den Preis. Wer nur die Filme kennt, kennt den Schlager; wer die Bücher liest, kennt den Weg vom Hof in den Schlamm. Nach dieser Trilogie ist 08/15 im Deutschen nicht mehr nur ein Maschinengewehr, sondern das Wort für Dienst nach Vorschrift, der Menschen zerlegt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
