Über die Revolution
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Über die Revolution |
| Autor(en): | Hannah Arendt |
| Originaltitel: | On Revolution |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1963 |
| Schlagwörter: | Revolution, Freiheit, Räte, Gründung |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Politik |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Piper
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| Umfang dieser Ausgabe: | 426 Seiten |
| ISBN: | 9783492204187 |
| Verweise | |
Über die Revolution (englisch On Revolution) ist das 1963 erschienene Buch von Hannah Arendt über die amerikanische und die französische Revolution als zwei Wege der Freiheit. Die deutsche Fassung, von Arendt mitverantwortet, stellt neben Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft und Vita activa die Frage, wie ein politischer Anfang gelingt, ohne den Schrecken zu werden, den sie am Totalitarismus beschrieben hatte.
Inhalt
Arendt unterscheidet die Revolution, die Freiheit gründet, von der, die die soziale Frage zu lösen verspricht und darin die Politik verzehrt. Amerika, in ihrer Lesart, hatte das Glück der Abwesenheit des Massenelends: Die Gründer konnten sich auf das Handeln in der Öffentlichkeit richten, auf Verfassung, Teilung der Gewalt, den dauernden Anfang, den die Institution trägt. Frankreich hatte den Hunger und machte aus der Revolution das Instrument des Glücks der Vielen. Wo das Elend die Bühne betritt, tritt die Freiheit ab; an ihre Stelle tritt die Notwendigkeit, die kein Widerspruch duldet, weil man gegen den Hunger nicht argumentiert. Robespierre, die Tugend, der Terror: Die Revolution frisst ihre Freiheit, weil sie das Soziale zum Maß des Politischen macht.
Dagegen setzt Arendt das Glück des öffentlichen Handelns, nicht das private Wohlbefinden. Revolution ist Anfang, Gründung, das Vermögen, mit anderen etwas in die Welt zu setzen, das vorher nicht da war. Die amerikanischen Townships, die Räte von 1917, 1918, 1956 erscheinen als die vergessene Schatzkammer: Organe der Freiheit, die die Revolutionen selbst erzeugt und die Parteien und der Staat wieder eingesammelt haben. Marx, in dieser Erzählung, hat die Revolution auf die soziale Frage verpflichtet und die politische Freiheit als bürgerlichen Schein denunziert. Arendt kehrt das um. Die Freiheit ist kein Überbau. Sie ist das, was die Revolution rechtfertigt – und was verloren geht, wenn die Revolution zur Verwaltung des Mangels wird.
Unsicher bleibt die Härte gegen die soziale Frage. Wer hungert, hat nicht das öffentliche Glück im Sinn, und Arendt weiß das, ohne es zum Maß zu machen. Sie schreibt nicht, das Elend sei unwichtig; sie schreibt, dass seine Lösung durch revolutionäre Tugend den politischen Raum zerstört, in dem Freiheit erscheint. Der Ton ist der einer politischen Theoretikerin, die Geschichte als Beispiele liest, nicht als Historikerin der Archive. Die amerikanische Gründung wird heller, als die Sklaverei und die Enteignung der Indigenen sie waren; die französische dunkler, als die Erklärung der Rechte sie auch war. Die Pointe trägt trotzdem: Freiheit ist öffentlich oder sie ist die Befreiung von Not, die den Bürger zum Verwalter seines Lebens macht. Beides heißt Revolution und meint nicht dasselbe.
Einordnung
Das Buch gehört zu Arendts großem Dreieck mit der Totalitarismustheorie und der Vita activa: Herrschaft, Handeln, Anfang. Gegen Karl Marx und gegen die New Left der sechziger Jahre rettet es die politische Freiheit aus der sozialen Erlösung; gegen die bloße Verfassungsromantik rettet es die Räte, die die Revolutionen selbst hervorbringen. Isaiah Berlins Zwei Freiheitsbegriffe warnt vor dem wahren Selbst; Arendt warnt vor der Notwendigkeit, die als Glück der Vielen auftritt. Die Wirkung lag in der politischen Theorie, weniger in der Geschichtswissenschaft, die ihr Amerika zu licht und ihr Frankreich zu schematisch fand. Wer nach 1963 Revolution sagt und Freiheit meint, nicht nur Umsturz und Wohlstand, spricht in diesem Buch – auch dort, wo er Arendt die soziale Frage nachträgt, die sie bewusst nachrangig gesetzt hat.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
