Über den Prozess der Zivilisation

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Über den Prozess der Zivilisation
Autor(en): Norbert Elias
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Suhrkamp
Serie:
Erscheinungsjahr: 1939
Seitenanzahl: 474 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3518099345
ISBN-13/

EAN-Code:

9783518099346
Schlagwörter: Scham, Hof, Selbstzwang, Figuration
Sachgebiete: Sachbuch, Soziologie
Rezensionen
Umschlag

Über den Prozess der Zivilisation. Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen ist das 1939 in Basel erschienene Hauptwerk von Norbert Elias. Zivilisation ist kein Zustand und kein Verdienst. Sie ist ein langer Zwang, der nach innen wandert. Die Angaben in der Infobox beziehen sich auf den ersten Band der Suhrkamp-Ausgabe; der zweite behandelt die Gesellschaft.

Inhalt

Der erste Band liest Benimmbücher vom Mittelalter bis in die Neuzeit: Fleisch zerlegen, sich schneuzen, am Tisch spucken. Was peinlich wird, war einmal öffentlich. Die Schamschwelle steigt, der Fremdzwang der Ritterwelt wird am Hof zum Selbstzwang. Der Körper verschwindet hinter der Etikette; die Affekte werden längerfristig gedämpft. Das ist keine Verfeinerung als Fortschritt. Es ist die Zurichtung, die ein engeres Zusammenleben erzwingt.

Der zweite Band sucht den Motor. Auf dem Territorium siegt, wer das Gewaltmonopol und die Steuer zusammenhält. Der Hof verdichtet die Abhängigkeit der Adligen; aus Kriegern werden Höflinge. Figuration nennt Elias das Geflecht, in dem keiner die Richtung allein setzt und alle sie tragen. Der Staat ist nicht über der Gesellschaft; er ist diese Verflechtung in ihrer westlichen Form.

Das Buch erschien im Exil, fast unbeachtet, und wurde erst in den siebziger Jahren zum Kanon. Der Ton ist der der langen Dauer: langsam, empirisch, ohne Heilsgeschichte. Elias schreibt gegen die Soziologie, die nur den kurzen Wandel kennt, und gegen den Kulturstolz, der Zivilisation für Wesensart hält.

Einordnung

Neben Max Webers Rationalisierung und gegen jede Rassenlehre der Sitten ist dies die große deutsche Prozesssoziologie des Jahrhunderts. Der Hof, nicht die Fabrik, ist die Schule der Selbstbeherrschung; später greift dieselbe Dämpfung auf breitere Schichten über. Die Kritik nannte den Blick zu höfisch, zu europäisch, die Gewaltgeschichte zu glatt. Wer Elias nur als Historiker der Gabel liest, unterschlägt den Staat. Wer nur den Staat rettet, unterschlägt die Scham, ohne die das Monopol der Gewalt nicht in den Körper kriecht.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.