Autor:Uwe Tellkamp

1968

Uwe Tellkamp (geb. 1968), in Dresden geboren, hat dem späten Arbeiter-und-Bauern-Staat das Villenviertel als versunkenes Land geschrieben. Der Turm montiert Bildungsbürgertum, Mangel, Armee und Zensur auf fast tausend Seiten, vom Dezember 1982 bis zum 9. November 1989; der Deutsche Buchpreis hat das Buch rasch zum Wenderoman gemacht, der keiner sein wollte, weil er sieben Jahre vorher ansetzt.

Leben

Arztsohn, Wehrdienst bei der NVA, Medizin in Leipzig, Dresden und München, 2004 der Ingeborg-Bachmann-Preis. Der Umweg war diese doppelte Schule aus Klinik und Kaserne: Tellkamp hat den Turm nicht als Besucher beschrieben, sondern als einer, der den Dienst, den Mangel und die Nische kennt. 2008 erschien der Roman bei Suhrkamp; Preise und Streit um Schlüsselgestalten folgten. Später die öffentlichen Sätze zur Zuwanderung, der Bruch mit Teilen des Literaturbetriebs, die verzögerte Fortsetzung. Er schreibt weiter in Dresden, als Autor, dessen erstes großes Buch die späteren Reden nicht ungeschehen macht.

Wirkung

Tellkamp hat den Bildungsroman der Turmgesellschaft auf Loschwitz gelegt und mit Thomas Manns Buddenbrooks den Vergleich auf sich gezogen, den der Text umkehrt: Nicht die Familie geht in aufsteigender Umwelt unter, die Umwelt zerfällt um die Familie. Christian, Richard und Meno tragen Schule, Klinik und Lektorat; sächsischer Dialekt, Parteijargon und Kunigundenwörter der Elbhänge stehen nebeneinander. Die DDR erscheint nicht als bequeme Diktatur. Das Bürgertum atmet Wagner und muss trotzdem einkaufen.

Die Nachwelt hat das Buch zuerst als Rettung eines Milieus gefeiert und es später durch die politischen Auftritte des Verfassers hindurch gelesen. Beides gehört zur Wirkung, und beides kann das Buch verfälschen. Wer den Turm nur als Abrechnung liest, hat die Liebe zum Gestern nicht gehört, die der Text selbst kritisiert. Wer ihn nur als Nostalgie nimmt, hat Schwedt, die Prügel und die Mangelwirtschaft überlesen. Die geplante Fortsetzung über die Wendejahre hat sich verzögert; dieses Buch reicht bis zur Maueröffnung und braucht den Nachfolgeband nicht, um zu gelten.

Werke

In Auswahl außerdem: Der Eisvogel, Der Schlaf in den Uhren.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.