Stéphane Hessel (1917–2013), als Stefan Friedrich Kaspar Hessel in Berlin geboren, hat mit zweiunddreißig Seiten eine europäische Empörung angestoßen, die nach 2010 Plätze füllte. Empört Euch! ist keine Theorie, sondern ein Zuruf: Indifferenz sei die schlimmste Haltung.
Leben
Sohn des Schriftstellers Franz Hessel, Frankreich, die Staatsbürgerschaft, 1944 die Gestapo, Buchenwald, der Tausch der Identität mit einem Toten, die Flucht. Nach dem Krieg die Vereinten Nationen und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, an der er als junger Diplomat mitarbeitete. Der Umweg ist dieses fertige Jahrhundertleben: Die Streitschrift kam 2010, mit dreiundneunzig Jahren, als Nachsatz, nicht als Werkplan. Er starb 2013 in Paris.
Wirkung
Hessel hat der Ungerechtigkeit die Komplexität als Ausrede genommen. Soziale Sicherung sei in ärmeren Zeiten gebaut worden; Gewaltlosigkeit und die Rechte der Person seien nicht veraltet, nur unbequem. Die spanischen Empörten und die amerikanische Occupy-Bewegung beriefen sich auf das Büchlein, oft ohne es zu brauchen: Der Titel trug weiter als die Beispiele.
Kanonisiert als Gewissen Europas, kritisiert als zu allgemein und, in der Passage zum Gazastreifen, als zu eindeutig in einem Konflikt, der keine einfache Empörung verträgt. Wer nur den liebenswürdigen Greis will, unterschlägt die Résistance. Wer nur die Plätze von 2011 will, unterschlägt, dass die Schrift ein diplomatisches Leben zusammenfasst, kein Programm. Geblieben ist der Satz, man solle sich empören – und die Frage, worüber genau.
Werke
- Empört Euch! (2010)
In Auswahl außerdem: Engagiert euch!, Tanz mit dem Jahrhundert.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.