Autor:Norman Mailer

1923 2007

Norman Mailer (1923–2007), in Long Branch geboren, hat den Pazifikkrieg als Gesellschaftsroman unter Waffen geschrieben, Mitte zwanzig und selbst dort gewesen. Die Nackten und die Toten macht 1948 aus der erfundenen Insel Anopopei ein Labor der Macht: General, Leutnant, Feldwebel, die kleine Tyrannei der Väter im Dschungel. Der Titel nennt, was der Krieg übriglässt: Körper ohne Schutz und Tote ohne Feier.

Leben

Harvard, der Pazifik, der Erstling, der sogleich ein Verkaufserfolg war: Der Umweg ist diese Insel, nach der Mailer in die Reportage, die Politik und das öffentliche Ich ging. 1960 erstach er seine Frau Adele Morales, überlebte der Prozess, blieb im Rampenlicht. Bürgermeisterkandidatur, Boxen, Ägyptenromane, die große Tatsachenprosa. Er starb in New York, als Provokateur kanonisiert und als Gewalttäter nicht vergessen.

Wirkung

Mailer hat den Krieg nicht als Abenteuer und nicht als pazifistisches Lehrstück geschrieben, sondern als Abbildung einer ganzen Gesellschaft im Miniaturmaß. Die Einschübe ins Vorleben der Soldaten holen Amerika in den Dschungel: Rassismus, Klassenhass, Herrschaft in Fabriken und Familien. Gegenüber Erich Maria Remarques Im Westen nichts Neues ist das Buch chorisch und kalt: Es zählt Machtverhältnisse, nicht Kameradschaft als Trost. Die deutsche Neuübertragung von 2018 hat den derben Ton weniger geglättet als Walter Kahnerts ältere Fassung.

Raoul Walsh verfilmte 1958 und musste die Schärfe mildern. Der Debütroman bleibt das Werk, an dem gemessen wurde, ob Mailer den Krieg verstanden oder nur benutzt habe. Das spätere öffentliche Ich – Lärm, Frauenfeindschaft, die Inszenierung des Mannes – hat die Insel nicht ungeschrieben, aber die Lektüre gefärbt. Wer nach 1945 über den amerikanischen Krieg im Pazifik als Schule der Herrschaft sprach, sprach hinter diesem Buch, auch dann, wenn er den späteren Ruhm für Lärm hielt.

Werke

In Auswahl außerdem: Die Armeen der Nacht, Das Lied des Henkers, Warum sind wir in Vietnam?.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.