Autor:Marsilius von Padua

1285 1342

Marsilius von Padua (um 1285/1290–1342/43), aus der Notarsfamilie Mainardini in der Stadtrepublik Padua, hat dem Papst die zwingende Gewalt auf Erden abgesprochen. Der Defensor pacis von 1324 macht das Volk oder seinen gewichtigeren Teil zum menschlichen Gesetzgeber und die Geistlichkeit zum Stand unter dem weltlichen Gesetz.

Leben

Studium und Rektorat in Paris, aristotelische Philosophie, Medizin, ein Kanonikat in Padua, das er als Pfründe hielt, während er die hierarchischen Missbräuche angriff. Der Umweg ist der Streit zwischen Ludwig dem Bayern und Papst Johannes XXII.: Marsilius vollendete den Verteidiger des Friedens, floh an den Münchner Hof, wurde 1327 als Ketzer verurteilt und begleitete den Romzug von 1327/28 als Berater. Er starb in München, unversöhnt mit der Kirche. Die Vermutung, Johannes von Jandun sei Mitautor, haben die modernen Herausgeber widerlegt.

Wirkung

Marsilius hat den schärfsten mittelalterlichen Schnitt zwischen geistlicher und weltlicher Gewalt gezogen. Friede ist die Funktionsfähigkeit der Teile, vergleichbar der Gesundheit eines Leibes; zwingende Gewalt steht nur dem menschlichen Gesetz zu, das göttliche straft im Jenseits. Christus war besitzlos, Petrus hatte keine Herrschaft über die Apostel, Glaubensentscheidungen gehören einem allgemeinen Konzil. Aegidius Romanus, Johannes Quidort und Dante Alighieri hatten denselben Streit anders gewendet; Marsilius gibt dem weltlichen Gesetzgeber das letzte Wort. Thomas HobbesLeviathan begründet Jahrhunderte später die ungeteilte Souveränität von der säkularen Seite.

Kanonisiert als Vorläufer der Reformation und der Volkssouveränität, oft zum frühen Demokraten gemacht: Das Missverständnis übersieht die ständische Ordnung und die uneingeschränkte staatliche Aufsicht über die Kirche. Das Volk wählt den Herrscher, um Ruhe zu haben, nicht um ständig zu versammeln. Wer nach der Emanzipation des Staates von der Kirche fragt, kommt an diesem Verteidiger des Friedens vorbei – geschrieben für einen Kaiser, gelesen als Gründungstext weltlicher Politik.

Werke

In Auswahl außerdem: Defensor minor, De translatione Imperii.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.