Autor:Luther Blissett

1994 1999

Luther Blissett (1994–1999) war kein einzelner Verfasser, sondern ein geteilter Name: vier Bologneser schrieben darunter den Roman Q, der Reformation, Täuferreich und Inquisition als Jagd durch Mitteleuropa erzählt. Der Fußballer, dessen Namen sie nahmen, hatte mit dem Buch nichts zu tun; die Vervielfältigung des Autors war die These.

Leben

In den neunziger Jahren benutzten Aktivisten in Europa den Namen als Mehrfachidentität gegen Urheberrecht und den Kult des einzelnen Verfassers. Der Umweg, der Q erklärt, ist Bologna 1999: Roberto Bui, Giovanni Cattabriga, Luca Di Meo und Federico Guglielmi schrieben den historischen Roman kollektiv, das Impressum erlaubte das freie Kopieren, Einaudi druckte trotzdem einen Verkaufserfolg. Am 1. Januar 2000 gaben sie den Namen auf und schrieben als Wu Ming weiter, ohne Di Meo. Deutsch erschien Q bei Piper.

Wirkung

Das Kollektiv hat den historischen Roman der Wiedertäufer, Bauernkriege und venezianischen Drucker so gebaut, dass ein Namenloser und sein Gegenspieler Q, Agent des späteren Pauls IV., einander durch Briefe und Schlachten jagen. Vierzig Jahre, falsche Identitäten, Radikalität, die ihre eigenen Toten hinterlässt: Die Form entspricht der These, dass Geschichte von unten und von der Kurie zugleich geschrieben wird. Der freie Nachdruck war Programm; der Markt nahm das Buch trotzdem.

Später las man Q als Auftakt von Wu Ming, als Theorie des Kollektivs und als Roman der Glaubenskriege. Wer nur die Autorengruppe sucht, unterschlägt den Roman, der ohne Personenkult auskommen wollte und Figuren braucht. Wer nur das Geschichtsepos will, trifft ein Impressum, das den Verfasser vervielfältigt. Die Wirkung liegt in beidem: Mitteleuropa um 1530 als Krieg der Schriften – und der Nachweis, dass ein Weltroman ohne einzelnen Namen entstehen kann.

Werke

  • Q (1999)

In Auswahl außerdem: 54, Manituana, Altai.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.