Eino Jutikkala (1907–2006), in Sääksmäki geboren, hat 1941 mit Väinö Auer Ostkarelien im Vokabular des nationalsozialistischen Lebensraums zur natürlichen Beute Finnlands erklärt. Finnlands Lebensraum war Staatsauftrag an Berliner Adresse: Annexion als Geographie. Herkunft und Schaden stehen im Vorspann; die spätere Fachlaufbahn beschönigt das Buch nicht.
Leben
Hof in Häme, bis 1931 Rinne, dann der Name des Hofs. Wirtschafts- und Sozialgeschichte, die Dissertation über das Gutswesen Westfinnlands, Helsinki. Der Umweg ist der Krieg: Die staatliche Propagandaabteilung bestellte bei ihm und Auer den Nachweis, Karelien, Ingermanland und Kola gehörten zu Finnland; der deutsche Verlag setzte den Titel Lebensraum hinzu. Jutikkala ließ eine finnische Ausgabe verbieten. Nach 1944 die lange Professur, historische Demographie, die Geschichte der finnischen Bauernschaft. Er starb in Helsinki und hinterließ der Akademie der Wissenschaften ein großes Vermögen.
Wirkung
Als Wirtschaftshistoriker hat Jutikkala die finnische Landesgeschichte auf Zahlen, Karten und Bevölkerung gestellt und sie ins Englische getragen. Als Mitverfasser von 1941 hat er denselben Gestus der Sachlichkeit in den Dienst der Grenzverschiebung gestellt. Klima, Sprache, Siedlung erscheinen als Belege einer Einheit; Moskau als Fremdherrschaft. Was als Landeskunde auftritt, ist Zweckpolitik im Bündnis nach dem Überfall auf die Sowjetunion. Die Schrift hat keine Vernichtung befohlen; sie hat den Krieg um Karelien geistig vorbereitet.
Die Nachwelt hat den Akademiker vom Propagandisten trennen wollen. Das beschönigt. Wer Jutikkala nur als Verfasser des Lebensraums entsorgt, unterschlägt die Demographie, die ihn zum wichtigsten finnischen Historiker seiner Generation machte. Wer nur den Fachmann rettet, unterschlägt den Staatsauftrag und den Jargon, den der Berliner Markt verlangte. Lesen heißt beides sehen.
Werke
- Finnlands Lebensraum (1941)
In Auswahl außerdem: Suomen talonpojan historia, A History of Finland.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.