Christoph Ransmayr (geb. 1954), in Wels geboren, hat der deutschsprachigen Gegenwart das Verbannungsbuch geschrieben, in dem Ovid fehlt und die Metamorphosen als Wirklichkeit einer Provinz weiterlaufen. Die letzte Welt machte ihn 1988 über Nacht zum Erzähler; Tomi am Schwarzen Meer ist rostig, nicht kostümiert.
Leben
Oberösterreich, Studium der Philosophie und Ethnologie in Wien, Journalist, dann die Prosa. Der Umweg ist die Reise an den Rand: Wer das Reich vom Ufer aus denkt, braucht keinen historischen Roman. Nach dem Durchbruch Morbus Kitahara, Der fliegende Berg, Stücke, die das Gedächtnis als Landschaft behandeln. Ransmayr lebt in Irland und in Wien.
Wirkung
Ransmayr hat den Mythos in die industrielle Peripherie gelegt: Busse, Steinbruch, ein Film, der nicht fertig wird. Die Verbannung Ovids wird zur Probe auf jede Zensur: Das Reich kann den Dichter schicken, das Gedicht nicht. Nach den achtziger Jahren, in denen die Nachmoderne oft als Spiel erschien, wirkte der Band ernst und genau in den Dingen. Enzensbergers Andere Bibliothek gab dem Erstdruck den Rang eines Ereignisses. Das ovidische Repertoire am Schluss ist Kommentar, der lebendig geworden ist.
Verfilmungen haben dem Stoff wenig anhaben können; er bleibt Prosa und Bildfolge. Im Unterricht taucht das Buch als Brücke zur Antike auf, oft zu zahm. Wer Ransmayr nur als Ovid-Erklärer liest, hat Cotta nicht gesehen, der als Philologe kommt und als Zeuge bleibt. Die letzte Welt ist keine Lernhilfe für Mythologie. Sie ist die Behauptung, dass Literatur geschieht, auch wenn der Autor fehlt.
Werke
- Die letzte Welt (1988)
In Auswahl außerdem: Die Schrecken des Eises und der Finsternis, Morbus Kitahara, Der fliegende Berg.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.