Autor:Alfred Andersch
Alfred Andersch (1914–1980), in München geboren, hat der Nachkriegszeit das Fluchtbuch geschrieben, in dem Gewissen eine Nacht auf dem Kutter ist. Sansibar oder der letzte Grund schickt im Herbst 1937 fünf Lebensläufe in einem Ostseehafen zusammen; Sansibar bleibt der Name für den letzten Grund, fortzugehen – und für den Grund, zu bleiben.
Leben
Als junger Kommunist 1933 kurz in Dachau, dann die Wehrmacht, 1944 die Fahnenflucht in Italien, amerikanische Gefangenschaft. Der Umweg war diese Flucht, die er in Kirschen der Freiheit rechtfertigte und die das Werk erklärt: Freiheit als Tat, nicht als Rede. Nach der Gruppe 47 ging er ins Tessin; er starb in Berzona.
Wirkung
Andersch hat ein Lehrstück geschrieben, das sich nicht so liest. Partei, Kirche, Arbeit, Jugend, verfolgte Jüdin: Die Figuren vertreten Haltungen und atmen trotzdem. Die Hoffnung des Buches liegt in der Bündelung dieser Kräfte, die 1933 nicht zustande kam; Freiheit ist hier keine Rede, sondern eine Nacht auf dem Kutter. Das knappe, szenische Erzählen hat den Roman zum wirksamsten Fluchtbuch der Nachkriegszeit gemacht.
Die Einfachheit hielt ihm Leser, die das spätere Werk nicht mehr mitnahmen; Schule, Hörspiel, Film und Oper haben Sansibar festgesetzt. Später las man Andersch die erste Ehe und das Selbstbild des Widerstands vor. Das Buch ist enger als die Biographie: Es zeigt die Entscheidung, ein Boot zu besteigen und wieder von Bord zu gehen.
Werke
- Sansibar oder der letzte Grund (1957)
- Der Vater eines Mörders (1980)
In Auswahl außerdem: Kirschen der Freiheit, Efraim, Winterspelt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.